Philosophie

Kevin & Ricarda

Stets inspiriert von der Leichtigkeit des Seins

Ricarda Grommes bleibt sich im schöpferischen Temperament treu

„Die Herkunft meiner Rohstoffe ist mir besonders wichtig. Weshalb ich stets möglichst selbst Einkaufe. Die Suche nach tadellosen Produkten und der rege Austausch auch mit regionalen Produzenten ist ein beständiger, achtsamer Prozess, der die Grundlage meines Schaffens darstellt.“ 

C/O RICARDA GROMMES

Ungeachtet ihres noch recht jungen Alters konnte sich Ricarda Grommes in den vergangenen Jahren nicht nur in der Gastronomieszene in Ostbelgien einen geachteten / geschätzten Namen machen. Auch längst über die regionale Gastronomielandschaft hinaus genießt sie mit ihren zweiunddreißig Jahren allseits hohen kreativen Respekt.

Nach spannenden Lehr- und Wanderjahren bei einigen Großen der Zunft dies- und jenseits der Grenze hat Ricarda Grommes ihren ganz eigenen Stil am Herd entwickelt. Und hierauf ist die Eifelerin zu Recht rundum stolz. Sicher seien Einflüsse von hier oder dort, mal stärker, mal schwächer, in ihre gastronomische Konzeption eingeflossen, doch agiert sie heute, gerade am neuen Standort, mit ihrer gänzlich eigenen Handschrift.

Ihre Grundausbildung absolvierte die Eifelerin bei Walter Schröder in „Le Luxembourg“ in St.Vith. Berufliche Herausforderungen suchte Ricarda Grommes (die in der Zwischenzeit zudem ihr Diplom als Meister erworben hatte) aber bewusst auch anderswo. So zunächst ein Jahr lang im vormaligen „Le Clos St.Denis“ in Kortessem bei Zwei-Sterne-Chef Christian Denis, wo sie vornehmlich als „garde-manger“ zum Einsatz kam. Später folgten zwei Jahre im Drei-Sterne-Haus „Waldhotel Sonnora“ in Dreis/Wittlich, wo sie unter Helmut Thieltges weitere wertvolle Erfahrungen als „garde-manger“ und „poissonnier“ sammeln konnte.

Den Schritt in die Selbstständigkeit ging Ricarda Grommes  im Herbst 2010 in „Le Luxembourg“ in St.Vith, wo sie sich – in der Nachfolge von Walter Schröder – über fünfeinhalb Jahre einen geschätzten Namen machte und sich eine überregionale Kundschaft „erkochte“.  Nunmehr folgte, gemeinsam mit ihrem Mann Kevin Ohles, die Eröffnung eines eigenen Hauses: „Quadras“, gelegen am Kreisverkehr in der Malmedyer Straße, am Tor zur Stadt.

Wer auf beständige oder gar schrille Kochexperimente hofft, ist im „Quadras“ fehl am Platz. Das Einfache – das ja überhaupt nicht einfach ist, schon gar nicht für einen Koch – ist die grundlegende Philosophie am Herd. Erklärtes Ziel bleibt es auch am neuen Standort, das allseits anerkannt hohe Niveau, das Ricarda Grommes über fünfeinhalb Jahre in „Le Luxembourg“ zelebriert hat, behutsam und kontinuierlich auszubauen. Wie auch ihre Karte, die in Anlehnung an die Luftigkeit des Interieurs der zweigeteilten „location“ von einer bewussten Leichtigkeit des Seins geleitet wird. In diesem Sinne freut sie sich auf jede neue Herausforderung, heißt: ein lebendiges Haus und zufriedene Gäste, „die gern auch ihre Inspirationen einbringen dürfen“.

Stehen soll jedes einzelne Gericht für erlesenes Können, ausgesuchte Kreativität und hohe Kunstfertigkeit. Es ist ein Spiel von Konsistenz und Textur, von Würze und Bukett, von Authentizität und Kreativität, von Handwerk und Kunst, von Inspiration und Interpretation, von Disziplin und Leidenschaft. Und das Spielfeld ist stets der Gaumen des Gastes!

Hinter allem steht Ricarda Grommes mit ihrem Talent und ihrem Team in Küche und Service. Alle gemeinsam wollen sie mit ihren Angeboten vor allem auch junge Genießer für die gehobene Küche begeistern. Ein Konzept, das bereits am vorherigen Standort „Le Luxembourg“ gegriffen hat.

Edler Anspruch bei schlanker Selektion – so ebenfalls der Grundgedanke in Sachen Wein. Die Karte ist überschaubar, aber ambitioniert, lädt ein zu ausgesuchten und zugleich spannenden Exkursionen in die bekannten Anbauregionen Frankreichs, lässt aber durchaus auch Freiraum für manch reizvolle Entdeckung abseits der gängigen Pfade (so u.a. in Italien und Spanien). Und das durchweg in Preiskategorien, die wahlweise jedem Budget entgegenkommen.

Fazit: Stilvoll speisen und entspannt genießen – so die gastronomische Lesart im „Quadras“ . Ganz gleich ob im Restaurant oder in der Brasserie – in allen Fällen gilt es, die Ursprünglichkeit und den Charakter der Speisen zu wahren, die Umsetzung aber immer wieder den (wechselnden) Ansprüchen der Zeit anzupassen, namentlich dank individueller Aromen und ausgewählter Zutaten sowie stets  im kompromisslosen Respekt vor der Qualität der Rohstoffe. Ausgeprägt – und für die zahlreiche Stammkundschaft erfreulich – ist zweifellos die Erkenntnis, dass Ricarda Grommes sich  auch in den eigenen vier Wänden in ihrem schöpferischen Temperament und in ihrem kreativen Elan treu geblieben ist. Ungeachtet aller (künftigen) gastronomischen Ambitionen!

Wenn ein Architekt einen Fehler macht, lässt er Efeu darüberwachsen. wenn ein Arzt einen Fehler macht, lässt er erde darauf schütten. wenn aber ein koch einen Fehler macht, gießt er ein wenig Sauce darüber und sagt, es sei ein neues Rezept.

PAUL BOCUSE `{`* 1926`}` Französischer Drei-Sterne-Koch (ununterbrochen seit 1965), Gastronom und Autor, u.a. „die neue Küche. Das Kochkunstbuch vom König der Köche“ und „le feu sacré“.

Geleitet von der Suche nach Originalität

Interieur schafft Spagat zwischen Eleganz und Behaglichkeit

Ich wünsche mir ´Quadras´ als einen Ort, wo Menschen mit Freude und Lebendigkeit am Werk sind und wo Gäste eine genussreiche und entspannende Zeit verbringen.

C/O RICARDA GROMMES

Tradition und Moderne, Eleganz und Gemütlichkeit, Noblesse und Lässigkeit… – alles in einem?! In der Tat: In puncto Interieur schafft „Quadras“ die Quadratur des Kreises in einem Flair aus einerseits originellem Design in edlen Farbtönen, andererseits legerem Komfort in bequemen Formen.

Zeitloser Charme und modischer Chic – so die Philosophie von Innenarchitektin Sabine Hohn, die auf ein Design ganz im Dienste stimmiger Kontraste setzt, die in Restaurant wie Brasserie ein mondänes und doch zugleich behagliches Ambiente schaffen. Hier üben sich natürliche Materialien und gestaltete Modernität im einladenden Schulterschluss, harmonisch und dynamisch.

Im Restaurant besticht das Ambiente – zwischen stylish und behaglich – durch elegante, diskrete Farben, angereichert durch ebenso originelle wie markante Leuchtkörper, die ganz gezielt ein gestalterisches Ausrufezeichen setzen. Exquisit und zugleich unaufdringlich wirken auch die diversen Materialien, so die trendige Strukturtapete und der flauschige Teppich, aber ebenso die modischen Stoffe, hierunter als prägendes Element die schicken Vorhänge mit einem leicht metallenen / bronzenen Touch.

Gespeist wird im Restaurant an hellen Holztischen, deren Oberfläche bestens mit den sandfarbenen Tischläufern harmoniert. Die (kunst)ledernen Clubsessel im gleichen Farbton garantieren lockeres Genießen in romantischer Zweisamkeit, in familiärer Runde oder in geschäftlichem Austausch.

Ein optischer Blickfang ist unbestritten das allseits mit Glas abgeschirmte (künstliche) Kaminfeuer, das zumindest rein visuell spürbar heimelige Atmosphäre schafft und das Restaurant in seiner architektonischen Intimität – obwohl ohne förmliche räumliche Trennung  – gegen die etwas lebhaftere Brasserie und den geschäftigeren Servicetrakt abgrenzt.

Gerade in der Brasserie werden die architektonischen und gestalterischen Überlegungen von der Suche nach Originalität geleitet – die dem Raum so einen unverwechselbaren Gusto verleiht. Auch hier sitzen die Gäste in formschönen, komfortablen Clubsesseln, freilich in Dunkel, passend zu den gleichfalls dunklen Tischen, die sich optisch kontrastreich vom hellen Holzboden absetzen.

Der Raum präsentiert sich in einem durchweg sehr charakteristischen Design, nicht zuletzt auch in den unterschiedlichen Leuchtkörpern, so einerseits die Punktstrahler im Kubus-Design, wahlweise als Decken- und Wandleuchten, andererseits zwei augenfällige bauchige Halbkugeln in Schwarz, innen ausgelegt in goldfarbenem Relief, und räumlich exponierte Fixpunkte über den beiden mit Lederbänken möblierten Sitznischen.

Angezogen wird der Blick zudem von einem ähnlichen „Exposé“ über der Servicetheke, gestaltet in einer Art Mobile in drei unterschiedlichen Formen, unter der dunklen Dekodecke, die – ähnlich wie der dunkle Naturstein am Boden – den Arbeitsbereich des Personals optisch markiert.

Architektonisch wie handwerklich überaus ansprechend wirkt die teilweise Wandgestaltung in Lamellen-Optik, besonders auch bei den dezenten halbhohen Trennkörpern. Der gehaltvolle Einsatz von hellem Holz als funktioneller wie dekorativer Werkstoff schafft eine wohlige Atmosphäre und versteckt / kaschiert zugleich auf dezente Weise wertvollen Stauraum dezent versteckt. Ein Gestaltungselement, das sich wiederfindet in den Rollos an den drei bodentiefen Frontfenstern (die zu einem späteren Zeitpunkt außen von halbrunden Markisen überwölbt werden).

Ein ebenso markantes wie exquisites Element ist nicht zuletzt die Teilgestaltung der Kopfwand mit Karos in Blattgold, zudem aufgegriffen als Deko-Element an der Servicetheke in Form eines Kubus, quasi das logistische Scharnier zwischen Brasserie und Restaurant.

Ich schwärme für einfache Genüsse. sie sind die letzte Zuflucht der komplizierten.

OSCAR WILDE `{`1854 - 1900`}` irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

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